Seit mehr als zwanzig Jahren gehört die Sammlung und Erforschung sowie die Dokumentation und Präsentation der lokalen und regionalen jüdischen Geschichte zu den Schwerpunktthemen des Museums. Verschiedene Ausstellungen widmeten sich der Geschichte jüdischer Familien in Lemgo. Das Internet-Projekt "Auf den Spuren Kurt Gumpels. Das Leben eines jüdischen Jugendlichen in der NS-Zeit in Lemgo" (2001) beruhte auf der biografischen Sammlung, die Kurt Gumpel dem Museum im Jahre 2000 übergeben hatte.
Im Jahre 1988 wurde das Frenkel-Haus als Dokumentations- und Begegnungsstätte eröffnet. Bei dem Haus handelt es sich um das frühere Wohn- und Geschäftshaus der jüdischen Familie Frenkel. In den zwei Räumen des Erdgeschosses ist eine Ausstellung zur Geschichte der Juden in Lemgo zu sehen. In Verbindung mit der Ausstellung ist das Frenkel-Haus vor allem ein Ort der Begegnung und des Gesprächs.
Im Mittelpunkt steht dabei Karla Raveh, geb. Frenkel. Sie ist in Lemgo geboren und lebt seit 1949 in Israel. Das Haus in der Echternstraße 70 gehörte ihren Grosseltern. Sie selbst hat mit ihren Eltern und Geschwistern in dem Haus von 1934/35 bis zur Deportation im Jahre 1942 gewohnt. Seit der Eröffnung des Frenkel-Hauses ist Karla Raveh in jedem Jahr für mehrere Monate in die Stadt Lemgo gekommen. Im Jahre 1988 wurde sie zur Ehrenbürgerin ernannt. Als Zeitzeugin hat sie viele Gespräche mit Schülerinnen und Schülern geführt und viele Besuchergruppen durch die Ausstellung geführt. Die Gesamtschule des Kreises Lippe in Lemgo trägt seit 1997 den Namen "Karla-Raveh-Gesamtschule".
Die Namensgebung resultierte aus einer Initiative der Elternschaft.
Bibliografie zum Frenkel-Haus und zur Geschichte der Juden in Lemgo